Gozo 2012

2013-01-31 11:50

Aufgrund der zunehmenden Präsenz in einschlägigen Tauchermedien haben LX und ich uns entschlossen auf der Boot 2012 in Düsseldorf einen Tauchurlaub auf Gozo zu buchen. Aufgrund der Jahreszeit und einer Messeaktion war der Preis für eine Woche Tauchen Anfang März bei Nautic Diving in Marsalforn extrem günstig zu haben. Um das Geld hätte man sonst nicht einmal in Kroatien Tauchen können. Über Malta Air haben wir dann auch noch einen recht günstigen Flug bekommen.


Wir waren die ersten Gäste der Saison 2012 und hatten die ganze Tauchbasis, die für bis zu 60 Taucher ausgelegt ist, die gesamte Woche für uns alleine. Das Appartement war sehr rustikal, befand sich aber immerhin direkt über der Tauchbasis. Die Infrastruktur mit Leihausrüstung, Transport- und Gas-Logistik, sowie Spül- und Trockenmöglichkeiten waren sehr gut. Selbstversorgung war aufgrund der nahe gelegenen Einkaufsmöglichkeit auch kein Problem.

Einige Nachteile dieser frühen Jahreszeit sollen hier nicht unerwähnt bleiben. Zum einen mussten wir das klamme Appartement zusätzlich mit einem Gasheizer aufwärmen und viele Geschäfte, sowie die meisten Lokale hatten noch nicht geöffnet. Daher war es am Abend nicht immer leicht etwas Ansprechendes zu Essen zu bekommen. Das örtliche Fast-Food-Lokal hat uns nach zwei Anläufen nicht mehr wieder gesehen und auch alle anderen Versuche, bis hin zum lokalen Pub, haben uns nicht wirklich zufrieden gestellt. Ein paar Wochen später im Jahr sieht das jedoch sicherlich anders aus.

Mit dem Wetter hatten wir einigermaßen Glück, konnten aber trotzdem nicht alle geplanten Plätze betauchen. Nur am letzten Tag fiel das Tauchen buchstäblich ins Wasser, da ein stundenlanger Regenguss bis zu 15 Zentimeter hoch die Straßen von Marsalforn herabrauschte. Wir hatten schon Bendenken nicht mehr rechtzeitig mit der Fähre nach Malta zum Flughafen übersetzen zu können, aber genauso schnell wie das Unwetter gekommen war, verschwand es auch wieder.

Gozo ist eine Destination, die unter Tauchern in letzter Zeit immer beliebter wird. Das Tauchen auf Gozo besticht vor allem durch unglaubliche Sichtweiten, sowie viele außergewöhnliche Tauchplätze für Anfänger und Fortgeschrittene. Zusammen mit Malta und Comino gehört Gozo zur Maltesischen Inselgruppe und liegt rund 100 Kilometer südlich von Sizilien im Mittelmeer. Der Flughafen befindet sich auf Malta, der größten der drei Inseln und ist von Wien mit dem Flugzeug in unter zwei Stunden bequem zu erreichen. Die Überfahrt nach Gozo erfolgt problemlos mit der Fähre.

Teilweise ragt die schroffe Steilküste über 100 Meter aus dem Meer empor und fällt unter Wasser rasch auf größere Tiefe ab. Dementsprechend gibt es rund um Gozo zahlreiche Tauchplätze mit beeindruckender Aussicht wie das Azure Window, welches das Wahrzeichen Gozos ist, durch das man hindurchtauchen und dann aufgrund des klaren Wassers auch aus der Tiefe noch erkennen kann. Mit seiner maximalen Ausdehnung von 15 Kilometern können die meisten Tauchplätze auf Gozo einfach und bequem von Land aus mit dem Auto angefahren werden. Mehrere Tauchplätze an einem Tag sind so kein Problem. Aufgrund der Felsküste gibt es zahlreiche schön bewachsene Steilwände zu betauchen, die durch die meist enormen Sichtweite umso mehr begeistern.

Für Fans von Grotten und kleinen Höhlen gibt es viele interessante Tauchplätze wie zum Beispiel das Blue Hole, Coral Cave, den Blue Dome, oder Billinghurst Cave. Wracktaucher finden auf Gozo einen ganz besonderen Tauchplatz. Bei Xatt l-Ahmar wurden drei große Wracks nebeneinander auf einer Maximaltiefe von 40 Metern versenkt und können von einem einzigen Einstieg an Land aus erreicht werden. Alle Wracks wurden entsprechend gereinigt und speziell für das Eindringen von Tauchern vorbereitet. Insbesondere die MV Cominoland und die MV Karwela lassen sicher das Herz jedes Wrackliebhabers höher schlagen.

Interessierte können neben dem Tauchen auf Gozo auch noch einiges mehr entdecken. In der Mitte der Insel liegt Gozos Hauptstadt Victoria mit ihrer großen Festung. Von hier aus verbinden kleine Straßen die Ortschaften, welche auf den weiten Hügeln oder in den Buchten an der Küste liegen. Der ständige Sonnenschein und wechselnder Einfluss zahlreicher fremder Kulturen hat die großteils katholische Bevölkerung stark geprägt. Die etwa 30.000 Gozitaner sind noch nicht der Hektik der Hauptinsel verfallen und zeichnen sich neben ihrer Gemütlichkeit durch ihre bemerkenswerte Freundlichkeit und Offenheit aus.

Wer also ein bisschen abenteuerlustig und bereit ist die ausgetretenen Pfade zu verlassen, dem sei Gozo als interessante und auch kostengünstige Alternative empfohlen. Wem es möglich ist, der sollte allerdings die Sommermonate meiden, da es hier extrem heiß und von Touristen überlaufen ist.

Euer

Grifter

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